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Das Homeoffice – Maßnahmenpaket 2021

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Die verordneten Betretungsverbote zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Arbeitsorganisation vieler Betriebe von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Seit Ausbruch der Pandemie konnte die Arbeit in vielen Branchen nicht mehr vor Ort erbracht werden. Einige Betriebe stellten daher (gezwungenermaßen) auf Homeoffice um.
Inhalt

Diese neuen Arbeitsbedingungen stellten sowohl für ArbeitgeberInnen als auch für ArbeitnehmerInnen eine große Herausforderung dar. Gleichzeitig hat sich die Einstellung zum Homeoffice innerhalb der Betriebe gewandelt. Das Homeoffice wird auch nach der Bewältigung der Pandemie in unserer heutigen Arbeitswelt eine wichtige Rolle einnehmen. Am 27. Jänner erfolgte daher ein Ministerratsbeschluss. Das Homeoffice-Gesetz soll ab 01.04.2021 in Kraft treten und legt mit dem Homeoffice-Maßnamenpaket 2021 Rahmenbedingungen im Hinblick auf Arbeits- Steuer- und Sozialversicherungsrecht fest.

 

Kein Rechtsanspruch auf Homeoffice

ArbeitnehmerInnen dürfen nicht eigenmächtig zu Hause bleiben. Die Arbeit im Homeoffice bedarf auch weiterhin einer Vereinbarung zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen. Gleichzeitig darf der Dienstgeber seinen ArbeitnehmerInnen nicht einseitig ohne Vorbehalt Homeoffice anordnen. Die Homeoffice-Vereinbarung hat in Zukunft schriftlich zu erfolgen und kann von beiden Seiten unter Einhaltung einer einmonatigen Frist aus wichtigem Grund widerrufen werden.

 

Bereitstellung von Arbeitsmitteln

Die Bereitstellung der erforderlichen digitalen Arbeitsmittel durch die ArbeitgeberInnen sind verpflichtend und stellen keinen steuerpflichtigen Sachbezug dar. Zahlungen, die Arbeitgeber zur Abgeltung von Mehrkosten für die ArbeitnehmerInnen im Homeoffice tätigen - wie für Laptops oder Mobilgeräte - sind bis zu EUR 300 pro Jahr steuerfrei. Die Homeoffice-Pauschale beträgt drei Euro pro Tag und kann für höchstens 100 Homeoffice-Tage, die ein Arbeitgeber gewährt, steuerfrei bezogen werden.

Ebenso können ArbeitnehmerInnen über die Arbeitnehmerveranlagung bis zu EUR 300 als Werbungskosten absetzen. Voraussetzung dafür ist ein Nachweis von mindestens 26 Homeoffice Arbeitstagen und eine Aufstellung der Kosten aufgrund einer Homeoffice-Vereinbarung, die u.a. ergonomisch geeignetes Mobiliar in der Wohnung und Anschaffungskosten für digitale Arbeitsmittel umfasst.

Damit die aufgewendeten Kosten für das Homeoffice-Mobiliar nicht verfallen, können Teile des 300-Euro-Rahmens für 2021 ins Jahr 2020 vorgezogen werden.

Die Bundesregierung sieht vorerst eine befristete Homeoffice-Regelung bis 2023 vor.

 

Arbeitnehmer- und Unfallschutz

Seit 11.03.2020 besteht bereits ein Versicherungsschutz für Unfälle während der Zeit der Telearbeit, die sich im zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit im Homeoffice ereignen. Die neue Regelung soll nun ohne zeitliche Befristung gelten.

Die neue Homeoffice-Regelung ist zu befürworten, da sie für mehr Rechtssicherheit sorgt und Anreiz schafft, möglichst viele Kontakte zu reduzieren. Außerdem schafft die Homeoffice-Regelung steuerrechtliche Klarheit für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen. Bis zur Beschlussfassung im Nationalrat gab es hier einen rechtlichen Graubereich.

Bei Fragen rund ums Homeoffice stehen Ihnen unsere ExpertInnen Julia Saric-Bischof und Christoph Schmidl gerne zur Verfügung.

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