Zwischen Kindergarten-Eingewöhnung und Busy Season: Denise erzählt vom Wiedereinstieg

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Im Mai 2024 wurde Denise Mutter. Nach rund eineinhalb Jahren Karenz kehrte sie im November 2025 in die Wirtschaftsprüfung zurück. Im Interview spricht sie über ihren Wiedereinstieg, den Kontakt zum Team während der Karenz und die Bedeutung von Flexibilität.

Erzähle uns kurz etwas über dich und deinen beruflichen Werdegang

Ich arbeite seit 2022 als Associate in der Wirtschaftsprüfung bei Grant Thornton Austria. An meinem Job gefällt mir, dass man mit vielen unterschiedlichen Branchen zusammenarbeitet und man Einblicke in Unternehmen erhält, die sonst keiner bekommt. Im Sommer 2025 habe ich mit meiner Berufsausbildung zur Bilanzbuchhalterin begonnen und bin aktuell noch dabei diese abzuschließen.

Wie hast du die Zeit während deiner Karenz erlebt?

Die ersten paar Monate waren natürlich eine Umstellung. Davor war ich es gewohnt, jeden Tag ins Büro zu gehen und plötzlich sah mein Alltag ganz anders aus. Gleichzeitig gab es während des Mutterschutzes noch viele Vorbereitungen für die Ankunft meines Sohnes, von den ersten Besorgungen bis hin zur Einrichtung des Kinderzimmers. Dadurch blieb ohnehin wenig Zeit, um an die Arbeit zu denken. Mein Team hat mir außerdem nie das Gefühl gegeben, dass ich mir über berufliche Themen Gedanken machen müsste. Ich konnte mich voll und ganz auf diese neue Lebensphase konzentrieren.

Ab dem Zeitpunkt, als mein Sohn auf der Welt war, stand er natürlich im Mittelpunkt. Die erste Zeit war wunderschön. Durch den Papamonat konnten wir die ersten Wochen gemeinsam als Familie genießen und auch die anschließende Karenz war eine ganz besondere Zeit für uns.

Es hat gar nicht lange gedauert, bis ich das erste Mal wieder im Büro vorbeigeschaut habe, um meine Kolleg:innen mit meinem Sohn zu besuchen. Besonders geschätzt habe ich, dass ich während der gesamten Karenz nie das Gefühl hatte, vergessen worden zu sein. Sowohl mein zuständiger Partner als auch mein Team haben regelmäßig an mich gedacht und den Kontakt gehalten. Ich wurde weiterhin zu Veranstaltungen eingeladen und war beispielsweise auch bei der Weihnachtsfeier mit meinem Sohn dabei.

Das mag auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit wirken, hat für mich aber sehr viel bedeutet. Gerade während einer längeren Abwesenheit ist es schön zu spüren, dass man weiterhin Teil des Teams ist und dazugehören darf. Für mich war das ein Zeichen echter Wertschätzung.

Hattest du vor deiner Rückkehr Bedenken?

Wie wahrscheinlich viele Eltern, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie der Wiedereinstieg funktionieren wird. Besonders spannend war die Frage, wie sich die Betreuung meines Sohnes entwickeln wird und wie sich alles organisatorisch vereinbaren lässt. Ein weiterer Punkt war auch, dass sich insbesondere zwischen 2024 und 2025 unfassbar viel im Bereich der KI getan hat.

Ich kannte mich zwar super damit aus, lustige Bilder zu generieren, aber wie man richtig damit arbeitet, noch nicht. Daher habe ich es sehr wertvoll gefunden, dass ich bei meinem Wiedereinstiegsonboarding diverse Schulungen zur Verwendung von KI erhalten habe.

Warum hast du deinen Wiedereinstieg nach hinten verschoben?

Eigentlich war meine Rückkehr bereits für September 2025 geplant. Zu diesem Zeitpunkt hat aber gerade die Kindergarten-Eingewöhnung meines Sohnes begonnen und gleichzeitig wollte ich meine Bilanzbuchhalterinprüfung erfolgreich abschließen. Zu dieser Zeit war es mir einfach zu viel und ich habe das offen gegenüber meinem zuständigen Partner angesprochen.

Gemeinsam haben wir eine Lösung gefunden und den Wiedereinstieg um zwei Monate verschoben. Ich habe es damals sehr geschätzt, dass auf meine persönliche Situation Rücksicht genommen wurde. Das hat mir gezeigt, dass Vertrauen und Verständnis keine leeren Versprechen sind, sondern tatsächlich gelebt werden.

Wie wurdest du nach deiner Rückkehr unterstützt?

Mein zuständiger Partner und mein Manager haben mich vom ersten Tag an sehr unterstützt. Gerade in einer Karenzrückkehrphase ist nicht immer alles planbar. Deshalb habe ich es sehr geschätzt, dass wir immer offen über mögliche Lösungen sprechen konnten. Ich hatte nie das Gefühl, mit meinen Herausforderungen allein dazustehen, sondern wusste, dass wir gemeinsam einen Weg finden.

Besonders hilfreich war für mich die Flexibilität bei der Einteilung meiner Arbeitszeit. Dadurch konnte ich Schritt für Schritt wieder in den Arbeitsalltag hineinfinden und mich gleichzeitig auf die neue Familiensituation einstellen.

Wie funktioniert dein Berufsalltag in Teilzeit?

Zu Beginn war mein Sohn nur halbtags im Kindergarten, deshalb war es für mich wichtig, meine Arbeitszeit möglichst flexibel gestalten zu können. Ursprünglich war vorgesehen, die Stunden auf wenige längere Arbeitstage aufzuteilen. Für unsere familiäre Situation war es jedoch deutlich sinnvoller, die 20 Stunden auf alle fünf Wochentage zu verteilen.

Auch hier haben wir gemeinsam eine individuelle Lösung gefunden. Das hat mir den Wiedereinstieg enorm erleichtert, weil ich Beruf und Familie dadurch besser miteinander vereinbaren konnte. Gerade in den ersten Monaten nach der Karenz war diese Flexibilität für mich unglaublich wertvoll, da nicht jeder Tag gleich planbar war.

Was hat dich nach deiner Rückkehr besonders positiv überrascht?

Wie schnell sich vieles wieder vertraut angefühlt hat. Natürlich gab es neue Projekte, neue Entwicklungen und auch einige Veränderungen. Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, bei null anfangen zu müssen.

Meine Kolleg:innen haben mich von Anfang an herzlich aufgenommen und mich bei der Rückkehr unterstützt. Dadurch habe ich mich sehr schnell wieder als Teil des Teams gefühlt. Rückblickend war der Wiedereinstieg deutlich einfacher, als ich ihn mir während der Karenz vorgestellt hatte.

Was bedeutet Vereinbarkeit von Beruf und Familie für dich?

Für mich bedeutet Vereinbarkeit nicht, dass immer alles perfekt funktioniert. Gerade mit einem kleinen Kind gibt es Tage, an denen Pläne kurzfristig geändert werden müssen oder Dinge anders laufen als gedacht.

Umso wichtiger ist ein Arbeitsumfeld, das Verständnis für unterschiedliche Lebenssituationen mitbringt. Manchmal braucht es flexible Arbeitszeiten, manchmal etwas mehr Zeit für eine Kindergarten-Eingewöhnung oder einfach die Möglichkeit, offen über Herausforderungen zu sprechen. Für mich bedeutet Vereinbarkeit vor allem, gemeinsam Lösungen zu finden, die sowohl für die Familie als auch für das Team funktionieren.

Ein Wiedereinstieg, der zur Lebenssituation passt

Jede familiäre Situation ist anders. Umso wichtiger ist es, individuelle Lösungen zu finden, die sowohl den Bedürfnissen unserer Kolleg:innen als auch den Anforderungen des Berufsalltags gerecht werden.

Die Erzählung von Denise zeigt, dass ein erfolgreicher Wiedereinstieg nach der Elternkarenz nicht nach einem starren Muster funktionieren muss. Vertrauen, Flexibilität und gegenseitiges Verständnis können dabei einen entscheidenden Unterschied machen. Denn wenn Menschen die Möglichkeit haben, Beruf und Familie auf ihre individuelle Situation abzustimmen, profitieren davon nicht nur die Eltern selbst, sondern auch Teams und Unternehmen.