Kapitalkosten gemäß KFS/BW 1 E 7 Empfehlung
Die Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) stellen die gewichteten Kosten des Eigen- und Fremdkapitals dar. Sie spiegeln die Renditeerwartungen sämtlicher Kapitalgeber eines Unternehmens und berechnen sich wie folgt:
WACC = E/D+E ∗ re + D/D+E ∗ rd ∗ (1−T)
Die Eigenkapitalkosten (re) werden auf Basis des Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelt. Dabei werden der risikolose Zinssatz, die Marktrisikoprämie, der Beta-Faktor und die Länderrisikoprämie als zentrale Input-Parameter herangezogen. Branchenspezifische Eigenkapitalkosten bzw. eine detaillierte Beschreibung dieser können Sie hier finden.
Die Fremdkapitalkosten (rd) setzen sich aus dem Basiszinssatz, auf Basis von 5-jährigen Credit Default Swaps (CDS) ermittelten Länderrisikoprämien, sowie aus einem Fremdkapitalzuschlag ("Credit Spreads") zusammen. Die Credit Spreads berücksichtigen unternehmensspezifische Kreditrisiken. Sie ergeben sich implizit aus den Renditen fremdüblicher Unternehmensanleihen. Jene Unternehmensanleihen haben eine Laufzeit von 30 Jahren, sind in der Währung Euro denominiert und unterstellen ein BBB-Rating.
Die Auswahl des BBB-Ratings orientiert sich an der empirischen Evidenz, wonach die BBB-Ratingklasse die häufigste Ratingkategorie darstellt. Ein BBB-Rating ist ein Investment Grade Rating und weist auf ein moderates Risiko hin (siehe Definition S&P). Es steht für eine angemessene Fähigkeit eines Unternehmens seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, berücksichtigt jedoch auch, dass nachteilige wirtschaftliche Entwicklungen zu negativen Veränderungen führen können.
Die Summe der einzelnen Komponenten ergibt die Fremdkapitalkosten vor Steuern. Unter Berücksichtigung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen ("Tax Shield") werden schließlich die Fremdkapitalkosten nach Steuern ermittelt. Hierfür wird der für Österreich geltende Körperschaftsteuersatz von 23 % zugrunde gelegt (entspricht auch in etwa dem durchschnittlichen Körperschaftsteuersatz für OECD-Länder).
Die Kapitalkosten (WACC) ergeben sich schließlich aus der gewichteten Zusammenführung der Eigen- und Fremdkapitalkosten nach Steuern. Die Gewichtung erfolgt auf Basis einer marktüblichen Zielkapitalstruktur und entspricht dem Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity-Ratio), welcher für die Herleitung der Beta-Faktoren in den Eigenkapitalkosten verwendet wurde.
Die Bandbreite der dargestellten Kapitalkosten basiert auf der gemäß KFS/BW 1 E 7 empfohlenen impliziten Marktrendite von 7,5 % bis 9,0 %, welche wiederum für die Ermittlung der Eigenkapitalkosten von Relevanz ist; zusätzlich werden die Kapitalkosten für den Mittelwert dieser Bandbreite in Höhe von 8,25 % ausgewiesen.
Kapitalkosten KFS/BW 1 E 7 (31.07.2026)
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