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Pressemitteilung

Women in Business 2026: Frauenanteil im Top-Management rückläufig

Frauenanteil in Chefetagen generell rückläufig, nur Anteil weiblicher CEOs steigt.

Der aktuelle "Women in Business Report 2026" von Grant Thornton zeichnet zum Weltfrauentag ein ambivalentes Bild: Während der Frauenanteil im Senior Management mittelständischer Unternehmen weltweit leicht zurückgeht, setzt sich der positive Trend der letzten Jahre bei der Besetzung von CEO‑Positionen fort. Gleichzeitig belegt die Studie erneut, dass geschlechterdiverse Führungsteams einen klar messbaren wirtschaftlichen Vorteil bringen.

Rückgang im Senior Management

Global werden aktuell 32,9 % der Führungspositionen im Senior Management von Frauen gehalten. Das entspricht einem Rückgang um 1,1 Prozentpunkte (PP) gegenüber dem Vorjahr. Seit Beginn der Erhebung vor 22 Jahren ist der Anteil zwar von ursprünglich 19,4 % um insgesamt 13,4 PP gestiegen, jedoch entwickelt sich die Dynamik zuletzt rückläufig. Ein weiterer Negativtrend: 5,7 % der mittelständischen Unternehmen haben keine Frau in einer Führungsposition (Vorjahr: 4,1 %).

Zuwächse bei weiblichen CEOs

Entgegen dem allgemein zu verzeichnenden Rückgang von Frauen im Senior Management entwickelt sich die Besetzung der CEO-Positionen positiv. Der Anteil weiblicher CEOs steigt auf 23,8 %, ein Plus von 2,1 PP.

Entwicklungen des Frauenanteils in einzelnen Managementfunktionen:

  • CEO-Positionen: 23,8 % (Vorjahr: 21,7 %, + 2,1 PP)
  • HR-Leitung: 43 % (Vorjahr: 47,6 %, - 4,6 PP).
  • CFO-Positionen: 39 % (Vorjahr: 44,6 %, - 5,6 PP)
  • CMO-Positionen: 29,7 % (Vorjahr: 33,3 %, - 3,6 PP)

Cover of the Women in Business 2026 report
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Women in Business 2026

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Gleichstellung bleibt strategisches Thema

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt Geschlechtergerechtigkeit ein zentraler Bestandteil unternehmerischer Strategien. 92,7 % der befragten mittelständischen Unternehmen verfügen bereits über DE&I-Initiativen, mehr als ein Drittel plant zusätzliche Maßnahmen.

Auch auf regulatorischer Ebene werden Gleichstellungsmaßnahmen gestärkt: Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis 7. Juni 2026 in nationales Recht überführt werden muss, erhalten Unternehmen einen klaren Rahmen, um gerechtere Gehaltsstrukturen umzusetzen und bestehende Lohnunterschiede nachhaltig zu reduzieren.

„Maßnahmen zur Gleichstellung, von flexiblen Arbeitszeitmodellen bis hin zu mehr Transparenz bei Gehaltsstrukturen, wirken nur, wenn sie im Unternehmen auch erlebbar sind. Wo Chancengleichheit glaubwürdig gelebt wird, entsteht Vertrauen, Motivation und langfristige Bindung“, so Claudia Modarressy, Partnerin bei Grant Thornton Austria.

Unternehmen, die sich klar zu Geschlechtergerechtigkeit bekennen und entsprechende Maßnahmen konsequent umsetzen, erzielen nachweislich bessere Geschäftsergebnisse. Laut dem Bericht erreichen:

  • 73,0 % ein Umsatzwachstum von über 5 %
  • 56,2 % ein Mitarbeiter:innenwachstum von über 5 %
  • 48,8 % ein Exportwachstum von über 5 %

Der Business Case für gemischte Führungsteams

Führungskräfte im Mittelstand sehen gemischte Management‑Teams insbesondere als Treiber für mehr Innovationskraft (22,1 %), bessere Entscheidungsqualität (19,5 %) sowie bessere finanzielle Ergebnisse (18,8 %). Hier zeigt sich, dass die Vorteile geschlechterdiverser Führungsteams nicht nur empirisch bestätigt sind, sondern mittlerweile auch in den strategischen Überlegungen von Führungskräften verankert sind.

„Geschlechterdiverse Führung ist längst kein reines Gleichstellungsthema mehr, sondern ein messbarer wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Gerade der Mittelstand profitiert dadurch von stärkerer Innovationskraft, besserer Entscheidungsqualität und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Christoph Zimmel, Partner und CEO von Grant Thornton Austria.

Der Women in Business Report zeigt deutlich: Geschlechtervielfalt in Führungsetagen ist kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor für mittelständische Unternehmen.

Über den Women in Business Report

Der „Women in Business Report“ ist Teil des „International Business Report“ (IBR) von Grant Thornton. Der IBR ist die weltweit führende Umfrage unter mittelständischen Unternehmen, der seit 1992 wertvolle Einblicke in die Erwartungen und Perspektiven von rund 15.000 Unternehmen liefert. Die vierteljährliche Erhebung befragt Führungskräfte aus 35 Ländern und allen Branchen zu Entwicklungen und Trends im Mittelstand. Die Ergebnisse des Women in Business Reports 2026 basieren auf Interviews, die zwischen Juli und Oktober 2025 geführt wurden.

Über Grant Thornton Austria

Grant Thornton zählt in Österreich zu den führenden Unternehmen in den Bereichen Tax, Audit und Advisory. Grant Thornton Austria ist Teil von Grant Thornton International, einem führenden globalen Netzwerk unabhängiger Prüfungs- und Beratungsfirmen, mit über 80.000 Mitarbeiter:innen in über 150 Ländern. Das Unternehmen bietet Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Advisory-Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen, Familienbetriebe und internationale Konzerne – immer mit dem Anspruch, Klarheit, Nähe und unternehmerisches Momentum zu schaffen.

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