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Business Partner Due Diligence

Eine Due Diligence, auf Deutsch eine „sorgfältige Prüfung“, soll in verschiedensten Unternehmensbereichen Klarheit schaffen – also Transparenz. Einfach übersetzt: mit transparenten Methoden, Transparenz für kritische Geschäftsentscheidungen schaffen. Aber was ist eine kritische Entscheidung? Vereinfacht eine Entscheidung, die im Geschäftsleben den Marktwert (z.B. Börsenkurs oder Kreditwürdigkeit) oder den Markenwert (Reputation) des Unternehmens nachhaltig finanziell, personell oder rechtlich schädigen kann.

Die Notwendigkeit einer geschäftsspezifischen Due Diligence ist in verschiedensten Branchen durch Regulativen oder Gesetze gegeben. Die European Banking Authority (EBA) etwa veröffentlicht die Leitlinie „zur Beurteilung der Eignung von Mitgliedern des Leitungsorgans und von Inhabern von Schlüsselfunktionen“. Dabei werden die Zuverlässigkeitskriterien durch ein Beurteilungsverfahren (z.B. durch eine Befragung) seitens eines Kreditinstituts oder eines Aufsehers ermittelt. Damit sollen Zweifel an der Erfahrung und Zuverlässigkeit eines Mitglieds des Leitungsorgans, ein Kreditinstitut umsichtig und solide führen zu können, ausgeschlossen werden. In Österreich beziehen sich die §§ 25 GmbHG sowie 84 AktG auf die Sorgfalt bzw. Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Geschäftsmannes (GmbHG) oder ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters (AG). Der Gesetzgeber spricht in beiden Fällen davon „auf der Grundlage angemessener Information […] zum Wohle der Gesellschaft zu handeln“ – eine formelle Beschreibung unserer Übersetzung in der Einleitung. Angemessene bzw. umfassende Informationen als Entscheidungsgrundlage können daher durch eine Due Diligence oder auch beispielweise ein Sachverständigen-Gutachten eingeholt werden.

Wie kann also ein Unternehmen unabhängig von seiner Größe solch einer Verpflichtung nachkommen? Wie können typische, betriebsinterne Vorurteile wie Überbürokratisierung, 'ohne Risiko kein Geschäft'‚ 'wieder ein sinnloser Prozess mehr' usw. abgebaut werden? Wie können und sollen Due Diligence Kontrollen zum Schutz des Unternehmens instrumentalisiert und gelebt werden?

Eine Möglichkeit ist die Verankerung durch ein Compliance Management System (CMS) wie der österreichische ONR 192050 Standard bzw. der internationale ISO 19600 Standard. Neben CMS können auch ein Anti Bribery Management System (ABMS) wie der ISO 37001 Standard dafür verwendet werden. Im kommenden Blogbeitrag wollen wir daher die Rolle von Due Diligence im ISO 37001:2016-10 Standard beleuchten.