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Auf der COP-Konferenz in Glasgow werden in den nächsten zwei Wochen über 25.000 Personen aus 200 Ländern, darunter politische Entscheidungsträger, NGOs und führende Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft, zusammentreffen, um sich auf eine Verringerung der Treibhausgasemissionen zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf unter 1,5 Grad gemäß dem Pariser Klimaabkommen zu einigen.
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Während von der COP26 die Rahmenbedingungen zur Bewältigung der Klimakrise auf der Makroebene erwartet werden, beginnen Unternehmen aller Größenordnungen, ihren Teil dazu beizutragen, die Wirtschaft auf eine nachhaltigere Grundlage zu stellen.

Die Europäische Kommission ist führend bei der Festlegung von Vorschriften und Berichterstattungsstandards, wobei die Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive - CRSD) im Jahr 2023 auf große und börsennotierte Unternehmen ausgeweitet wird.

Bereits jetzt berichten Führungskräfte aller Unternehmensgrößen, Branchen und Sektoren jedoch von dem zunehmenden Wunsch, mehr Nachhaltigkeit zu integrieren. Vielfach gehen dabei die Bemühungen über die notwendigen Schritte zur Einhaltung von rechtlichen Vorschriften hinaus. Die Beweggründe liegen einerseits in der Erwartungshaltung der Kunden und Mitarbeiter und andererseits in der erhöhten Attraktivität für Investoren.

Viele Unternehmen betrachten das Thema Nachhaltigkeit unter drei Gesichtspunkten: Werte des Unternehmens, Einhaltung von Vorschriften („Compliance“) und Chancen durch Wettbewerbsvorteile.

  • Werte des Unternehmens: Unternehmen wollen mehr in Nachhaltigkeit investieren und dieses auch nach außen hin sichtbar machen. Nachhaltige Handlungen sollen gegenüber internen und externen Stakeholdern die „richtigen“ Unternehmenswerte demonstrieren.
  • Compliance - Einhaltung von Vorschriften: Aktuell sind lediglich (große) Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern zu einer Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Ab 2023 werden die Berichtspflichten auf große Unternehmen (zwei von drei Kriterien erfüllt, d. h. Umsatz > 40 Mio. EUR, Bilanzsumme über 20 Mio. EUR und mehr als 250 Beschäftigte) ausgeweitet. Unternehmen, die unter diesen Schwellenwerten liegen, müssen mittelfristig keinen Nachhaltigkeitsbericht erstellen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass auch mittlere und kleine Unternehmen eine Berichterstattung vornehmen werden, um in ihrem Geschäftsfeld als transparente Wirtschaftsakteure wahrgenommen zu werden.
  • Chancen durch Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die sich um Nachhaltigkeit bemühen, werden von ihren Kunden, Lieferanten, Banken und anderen Investoren positiv wahrgenommen. Zudem wird der Aspekt der Nachhaltigkeit zunehmend bedeutsamer für die Akquise von neuen Mitarbeitern. Darüber hinaus bietet nachhaltiges Wirtschaften auch die Chance, das Unternehmensergebnis und die „klassischen“ Unternehmenskennzahlen zu verbessern. Mit Hilfe einer Nachhaltigkeitsprüfung kann der Ressourceneinsatz (zum Beispiel bei Wasserverbrauch, Energieeinsatz oder Abfallentsorgung) reduziert werden. Es besteht die Möglichkeit, nachhaltige Neuerungen in Form von "grünen" Produkten und Dienstleistungen anzubieten. Auch wenn dies nicht der primäre Fokus sein sollte, kann gezieltes Marketing für die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens zu einer stärkeren Markenbekanntheit und einer Erweiterung des Marktanteils beitragen.

 

Bedeutung für KMU

Auch wenn die Nachhaltigkeitsberichterstattung für KMU derzeit nicht obligatorisch ist, ist langfristig mit einer wachsenden Bedeutung zu rechnen. Aber es gibt noch weitere Gründe für KMU, aktives Nachhaltigkeitsmanagement zu betreiben:

  • Nachhaltigkeitsfaktoren und -aktivitäten werden zunehmend von mehreren Interessengruppen und Geschäftspartnern in einem Unternehmens-Ökosystem bewertet.
  • Kunden wollen mit nachhaltigen Partnern in ihrer Lieferkette zusammenarbeiten, Banken betrachten die langfristige Rentabilität und den Wert von Unternehmen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Mitarbeiter bzw. potenzielle Mitarbeiter wollen für Unternehmen arbeiten, die sich um ihren ökologischen Fußabdruck kümmern.

Viele KMU arbeiten bereits an einer besseren Nachhaltigkeitsbilanz, z. B. durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen, den Bezug von erneuerbaren Energien, die Reduzierung des Papierverbrauchs und Recycling. Es ist ratsam, geplante Maßnahmen in einem Nachhaltigkeitsmanagementsystem zusammenzufassen und eine grundlegende GAP-Analyse im Vergleich zu bisher verwendeten Verfahren durchzuführen, um die Nachhaltigkeitsziele innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erreichen.

Sie möchten mehr Nachhaltigkeit in Ihr Unternehmen integrieren? Unsere ExpertInnen Marlene Halikias und Andrew Dickson unterstützen Sie gerne.